Tauchsafari Ägypten 2025

Der Bayerwald Tauchsportclub im November 2025 auf großer Fahrt

Dieses Jahr ging es mit dem BWTSC auf Tauchsafari nach Ägypten. Perfekt organisiert wurde diese Nord- und Wracktour vom Ben und Daniel über die Charly Reisen GmbH, Wendelstein.

Neben Ben und Daniel trafen sich Josef, Martin, Norbert und Volker am 13.11.2025 mitten in der Nacht am Treffpunkt Kloster. Mit einem privat organisierten Transfer ging es weiter zum Münchener Flughafen. Um ca. 8.30h startete der Flieger dann pünktlich nach Hurghada.
Gute 4 Stunden Flug später wurden wir sofort zum Transferbus geleitet und auf unser Schiff, die Sea Serpent, im Hafen von Hurghada chauffiert. Dort konnten wir gleich unsere Doppelkabinen am Oberdeck beziehen.

Insgesamt waren 20 Tauchgäste aus Deutschland, Dänemark, Schweiz und England auf dem Boot. Mit dabei waren auch 2 Guides und jede Menge fleißige und helfende Hände der Crew, die uns die lästigen Dinge vor und nach dem Tauchen abnahmen und in der Küche fantastische Dinge zauberten. So konnte das Abenteuer und das Deko-Bier endlich seinen Lauf nehmen.
Nach der 1. Nacht auf dem Boot noch im Hafen erfolgte als erstes ein sehr detailliertes Briefing der Sicherheitsaspekte an Bord mit anschließender Übung. Überhaupt nahm das Thema Sicherheit an Bord und im Wasser während der ganzen Woche einen großen Raum ein. Die Tauchbriefings wurden perfekt mit Videomaterial und jeder Menge nützlicher Infos zum jeweiligen Tauchspot unterstützt.
Nach den gründlichen Hafenbehördenformalitäten hieß es endlich „Leinen los“ und der tägliche Tauchwahnsinn nahm seinen Lauf. Getaucht wurde immer zeitversetzt in 2 Gruppen, sodass im Wasser eigentlich nie ein Gewusel auftrat.

Am 1. Tauchtag wurden dann noch noch 2 Tauchgänge absolviert:
Nach dem Checkdive am Tauchspot Siyoul Kebir erkundeten wir Gubal Island.
Zu sehen waren hier die üblichen Verdächtigen wie Muränen, Drachenköpfe, Steinfisch, Schlange, Octopus, Schnecke, Rotfeuerfische, Blaupunktrochen, …

Der 2. Tauchtag mit 4 Tauchgängen brachte uns gleich morgens gegen 7 Uhr auf nüchternen Magen zum Wrack der Ulysses, einem britischen Handelsschiff, gesunken 1887 nahe Gubal Island, welches auf einer Tiefe von 25-35 m liegt. Hier ging es mit mäßiger Strömung etwas zugiger zu, dafür gab es dann aber extrem viel Fisch zu sehen.

Den 2. und 3. Tauchgang des Tages absolvierten wir nach längerer Fahrt dann am Wrack der SS Thistlegorm.

Die „blaue Distel“, so heißt Thistlegorm ins Deutsche übersetzt, war ein bewaffnetes englisches Schiff, dass auf dem Weg nach Ägypten war, um das englische Afrika-Korps mit Nachschub zu versorgen, als sie in der Vollmondnacht des 6.Oktober 1941 von einem deutschen Bomber versenkt wurde. Das Wrack liegt in 30 m Tiefe aufrecht auf dem Meeresgrund und lässt das Taucherherz wirklich höherschlagen.
Im Außenbereich tummelten sich Fledermausfische und jede Menge blaue Füsiliere. Auch ein Barakuda gab sich die Ehre.

Die Laderäume im Innern sind hervorragend betauchbar. Unser Guide geleitete uns durch die Etagen mit gepanzerten Kettenfahrzeugen, LKWs, Jeeps, Motorrädern, Gummistiefeln und Munition.
Ein Tauchgang, der ein Leben lang in Erinnerung bleibt!

Den Tauchtag schlossen wir mit einem Nachttauchgang am Beacon Rock ab.

Der 3. Tauchtag mit 4 Tauchgängen („der mit den Kloschüsseln“)
Hier starteten wir den Tag mit Shark Yolanda. Das Shark Reef und Yolanda Reef hier im Ras Mohammed Nationalpark gelten als einer der zehn besten Tauchspots der Welt. Die beiden Riffe erheben sich aus unermesslichen Tiefen an die Oberfläche und bilden eine atemberaubende und dramatische Topographie.
Wir konnten wunderschöne intakte Weichkorallen bewundern. Ein Krokodilfisch gab sich die Ehre.
Der namensgebende zypriotische Frachter Yolanda war mit Sanitärbedarf beladen und liegt nun aber nicht sichtbar auf 160m Tiefe unterhalb des Steilhangs. Aber für die eiligen Frühaufsteher ohne Zeit für die Morgentoilette gab es dann jede Menge Kloschüsseln aus der Ladung im betauchbaren Bereich.

Anschließend besuchten wir Anemone City, ein wundervolles weichkorallengeschmücktes Riff. Ohne Ende phantastische Korallen zum Nichtsattsehen können.

Nächster Tauchspot war das Dunraven Wrack., was zwischen 16-22 Metern seine letzte Ruhe gefunden hat. Der dampfgetriebene Frachter mit Hilfsbesegelung war mit indischer Baumwolle, Gewürzen und Holz beladen, als er am 1876 auf ein Riffdach fuhr. Zum Verhängnis wurde der Dunraven ein Schwelbrand unter Deck, der das Schiff 12 Stunden später sinken ließ. Eine schwimmende Muräne und ein Napoleon machten uns hier ihre Aufwartung.

Der letzte Tauchgang war ein Nachttauchgang am Abu Nahas Reef. Hier durften wir einer spanischen Tänzerin während einer Tanzpause zusehen, was ihre Erhabenheit aber in keinster Weise schmälerte.

Tauchtag 4 begann wieder mit einem Wrack am Abu Nahas Reef. Hier betauchten wir früh morgens den griechischen Holz- und Baumaterialfrachter Giannis D, der 1983 am Riff Leck schlug, aber erst Wochen später sein schwimmendes Dasein endgültig beendete. Muränen, Schnecken und Barakudas gaben sich ein Stelldichein. Auf einer Tiefe zwischen 23 bis 27 Metern konnten wir den schönen Korallenbewuchs bewundern.
Der Legende nach soll einiges an Holzmaterial gerettet worden sein, was einem anderen daraus gebautem Schiff aber ebenso Unglück gebracht hat und auch dieses Schiff zum Wrack wurde.

Nächster Tauchspot war das Wrack der Carnatic. Dem britischen Dampfsegler Carnatic wurde das Riff 1869 auf dem Weg nach Indien zum Verhängnis. Zwei Tage hielt sich das Schiff noch auf dem Riff, bevor es in zwei Teile zerbrach und sank. Das Wrack liegt zwischen 20 und 27 m Tiefe auf seiner Steuerbordseite.
Danach ging es zum Umm Gamar. Fette Muränen, Seezungen, Octopus gesellten sich zu uns. Das Wasser zeigte sich recht launisch mit Strömung und Gegenströmung.

Den Tauchtag beendeten wir mit einem Nachttauchgang am Small Gifton Island. Das beschauliche Plätzchen verwandelte sich schnell in einen Ort unerbittlicher Natur. Stachelmakrelen schossen wie Pfeile auf der Jagd nach Nahrung an uns vorbei. Eine besondere Tragödie war ein Bartelfisch, dessen hintere Hälfte im Magen eines Räubers verschwunden war, aber seine vordere Hälfte noch fleißig den sandigen Boden durchpflügte. Dann schlug auch hier das Schicksal erneut zu. Eine Muräne war scheinbar von der leichten Restbeute angelockt worden und nach einiger Suche führte ihr exzellenter Geruchssinn sie zum Erfolg. Schwer würgend verschwand die Muräne mit ihrer Beute im Schlund in der Dunkelheit. Nichts für zart besaitete Taucher.

Der 5. Tauchtag wartete mit dem nächsten Highlight auf: Big Brother- und Small Brother Island.
Der Tauchtag begann mit einem sehr ausführlichen Hai-Briefing hinsichtlich Verhalten und Sicherheit bei Haisichtungen. Dann ging es ins Wasser, zweimal am Big Brother und einmal am Small Brother. Was wir nur zu hoffen gewagt hatten, passierte: Wie aus dem Nichts erschienen immer wieder Haie – Weißspitzenhochseehaie (Longimanus) und Fuchshaie, immer wieder. 7 – 8 Tiere. Im Briefing noch belächelt, kamen einem unweigerlich die Verhaltensrichtlinien bei Hainäherungen wieder ins Gedächtnis. Trotz des erhabenen Anblicks führte die Annäherung eines sehr neugierigen Longimanus bei dem einen oder anderen zu dem Wunsch, er möge doch endlich abdrehen. Aber keiner von uns musste Gliedmaßen oder Ausrüstungsteile lassen – eine Erinnerung, an die man gerne mit leichter Ehrfurcht zurückdenkt.

Am 6. und letzten Tauchtag ließen wir die Tauchsafari ausklingen und stiegen bei Gota Abu Ramada noch zweimal ins Wasser. Wir trafen die üblichen Verdächtigen, wie z.B. eine weiße Muräne, eine Nacktschnecke, Rotfeuerfische, Blaupunktrochen und Drachenköpfe. Ein kleiner Drachenkopf fiel dabei besonders auf: Das Abbild vom Drachen GRISU aus dem Fernsehen, nur nicht grün. Ein wirklich niedlicher Ausklang.

Aum Schluss kamen die Hardliner unter uns auf 19 Tauchgänge mit vielen wundervollen Erlebnissen und tollen Meerestiersichtungen. Diese sind bei einigen von uns auch direkt unter die Haut gegangen: in Form eines Hai-Tattoos.

Zurück ging es am 20. November gegen 11 Uhr mit dem Bus zum Flughafen Hurghada. Der Flieger hob pünktlich um 14.30h nach einer fantastischen und sehr ereignisreichen Tauchwoche mit vielen Hai-lights und jeder Menge an Wracks im Gedächtnis nach München ab und brachte uns zügig in die kalte Heimat. Gegen 21.00h müsste dann auch der Letzte sein kaltes Zuhause wieder erreicht haben.

Die begleitenden Unterwasserbilder steuerte Daniel bei. Der Text stammt vom Volker.